Über Uns


Segelprojekt und Segelunterricht in Süderelbe

Wir sind eine Initiative von Schülern, Eltern und Lehrer, die seit 1992 unter sozialintegrativen Zielsetzungen nach den Prinzipien des klassischen Projektbegriffes in und außerhalb der Stadtteilschule Süderelbe agiert. Unter dem programmatischen Titel „Segelprojekt“ fahren wir seit 29 Jahren mit durchschnittlich 60-70 überwiegend segelunerfahrenen Schülern der Klassenstufen 6-13 aus dem Stadtteil Süderelbe für eine Woche zum Segeln lernen nach Heiligenhafen. Die Beteiligung der Schüler an der Vorbereitung, Organisation und Selbstversorgung stellen die Jugendlichen unterschiedlichster Herkunft und Alters vor authentische Herausforderungen, die ähnlich wie beim Segeln Verantwortungsbewusstsein, Engagement und Selbstvertrauen schulen. Parallel zu dieser erfahrungs- und für viele erlebnisreichen Initialveranstaltung „Segelprojekt“ entwickelte sich auf Wunsch von Eltern und Schülern aus Süderelbe und Finkenwerder der eingetragene Verein „Segelprojekt eV“. Mitglieder sind engagierte Eltern, ehemalige und aktuelle Schüler und Lehrer. Hierbei ging es uns vorwiegend darum, das Schul-Event „Segelprojekt“ vor den Sommerferien nicht als einmalige Angelegenheit sein zu lassen, sondern Boote günstig anzuschaffen, diese patenschaftlich aufzubauen und vor Ort auf Alster und Elbe zu segeln und sie den Schulen für den Unterricht verfügbar zu machen. Mittlerweile verfügen wir über eine kleine Flotte von mehreren 420er Jollen, zwei Piraten und drei Optis, sowie ein 8,50m großes Kajütboot. Unsere Zielsetzung ist die etappenweise Einführung des Segelsports in den Regelunterricht der Stadtteilschule Süderelbe (und interessierten Nachbarschulen). Sowohl als Vereinsmitglieder wie auch im Rahmen des Ganztagesangebotes können Jugendliche auf wertvolles Sportgerät zugreifen, indem sie selbstverantwortete Patenschaften für die Boote übernehmen. Dabei erwarten wir verantwortungsbewusstes Handeln, Hilfsbereitschaft und Engagement für Person und Sache. Wir wenden uns grundsätzlich an alle Schüler ab der sechsten Klasse, besonders aber – diejenigen, die aufgrund begrenzter finanzieller Möglichkeiten nicht in der Lage sind, am Segelsport teilzuhaben – an integrationsbedürftige Schüler und Familienmitglieder. Das können sein: Menschen mit Behinderungen, Menschen mit sozialen Defiziten, Menschen, die in unserer Stadt und in unserer Schule eine neue Heimat suchen – an Jugendliche, die Freude am Segeln in der Gemeinschaft haben und die bereit sind, Verantwortung für sich, andere und den anvertrauten Dingen zu erwerben und zu übernehmen. Der Segelsport ist wie kaum eine andere Sportart in der Lage, wichtige Sozialerfahrungen zu vermitteln: Selbstvertrauen, Empathie, Entscheidungsfreude, Selbstbewusstsein, Hilfsbereitschaft und demokratisches Verhalten genauso wie Einsatzbereitschaft für sich und andere. Beim Segeln erfahren Jugendliche eigene Realängste und lernen damit umzugehen. Sie spüren in der Zweipersonenjolle die Notwendigkeit, Verhalten, Einstellungen und Bewegungen aufeinander abzustimmen. Derartige Erfahrungsmuster wirken oft sehr positiv in den (Schul-)Alltag hinein. Von Finkenwerder aus möchten wir einen regelmäßigen Trainingsbetrieb durchführen. Dieser Standort soll auch der Startort für Ausfahrten in die nähere Umgebung (Elbe und Elbinseln) und mehrtägige Fahrten in die fernere Umgebung sein. (Wie wir es vor Jahren mit Jugendwanderkuttern schon erfolgreich praktiziert haben) Diese Ausfahrten haben neben den sozialen Zielen den Auftrag der Erkundung und damit Wertschätzung einer naturschönen Flusslandschaft. Anstöße aus der Literatur oder dem Film beispielsweise werden authentisch erfahren und erzeugen bei vielen einzigartige Erlebnisqualitäten.